GHG Protocol: der operative Leitfaden zum Einstieg
Grundsätze, organisatorische und operative Grenzen und der Weg zum ersten Emissionsinventar nach dem Standard.

Das GHG Protocol ist der weltweite Referenzstandard zur Messung der Treibhausgasemissionen von Organisationen. Wenn eine Bank oder ein Kunde nach „euren Emissionen“ fragt, meint sie fast immer ein mit dieser Methodik erstelltes Inventar. Die gute Nachricht: Die grundlegenden Konzepte sind wenige und klar.
Die fünf Grundsätze
Der Standard beruht auf fünf Grundsätzen: Relevanz (das Inventar spiegelt die realen Emissionen des Unternehmens wider), Vollständigkeit (innerhalb des deklarierten Umfangs wird nichts ausgelassen), Kohärenz (im Zeitverlauf vergleichbare Methoden), Transparenz (deklarierte Annahmen und Quellen) und Genauigkeit (weder systematische Über- noch Unterschätzungen). Jede methodische Entscheidung wird an diesen fünf gemessen.
Organisatorische und operative Grenzen
Vor dem Berechnen wird entschieden, was einzubeziehen ist. Die organisatorischen Grenzen legen fest, welche Gesellschaften und Standorte in das Inventar eingehen (Kontroll- oder Anteilsansatz). Die operativen Grenzen klassifizieren die Emissionen in Scope 1, 2 und 3. Für ein KMU mit einer einzigen Gesellschaft ist die Wahl einfach, muss aber dennoch deklariert werden: Es ist das Erste, worauf ein Prüfer schaut.
Vom Dokument zum Inventar
Der operative Ablauf: die Dokumente sammeln (Rechnungen, Kraftstoffrechnungen, FIR, Einkaufsrechnungen), die Aktivitätsdaten extrahieren, aktuelle Emissionsfaktoren anwenden, nach Scope und Standort aggregieren. Das Ergebnis ist das THG-Inventar: die Grundlage des ESG-VSME-Berichts, der Bankfragebögen und des Reduktionsplans.
Envify automatisiert den gesamten Ablauf: Die AI liest die Dokumente, wendet die Methodik an und wahrt die Nachvollziehbarkeit jeder Zahl bis zur Quelle.

